Ein Nebenjob im Studium ist für viele unverzichtbar, um die Miete oder den Kaffee am Campus zu finanzieren. Doch wer BAföG bezieht, stellt sich schnell die Frage: Ab wann wird mein Gehalt eigentlich auf die Förderung angerechnet? Unser Rechner gibt dir eine schnelle Orientierung auf Basis der aktuellen Freibeträge.
💰 BAföG Zuverdienst-Check
Berechne, ob dein Gehalt innerhalb der Freigrenzen liegt.
Alles sicher! Dein Gehalt liegt innerhalb der Freigrenze von ca. €. Dein BAföG bleibt unberührt.
Achtung: Du liegst über dem Freibetrag. Dein BAföG könnte um ca. € pro Monat gekürzt werden.
Wie viel darfst du 2026 bei BAföG verdienen?
Seit dem Wintersemester 2024/25 und auch für das Jahr 2026 gilt eine wichtige Grenze: Der Freibetrag für den Zuverdienst wurde deutlich angehoben. Aktuell darfst du im Schnitt 556 Euro brutto im Monat verdienen, ohne dass dein BAföG-Satz gekürzt wird.
Das entspricht einer jährlichen Summe von 6.672 Euro. Warum ist das wichtig? Das BAföG-Amt rechnet nicht immer stur nach Monat, sondern schaut sich meist den gesamten Bewilligungszeitraum (oft 12 Monate) an. Wenn du also in den Semesterferien viel arbeitest, aber während der Vorlesungszeit gar nicht, zählt am Ende der Durchschnitt.
💡 Experten-Tipp: Werbungskosten
Wusstest du, dass die 556 Euro eigentlich eine "Fiktion" sind? Die tatsächliche Grenze ergibt sich aus dem steuerfreien Grundfreibetrag und der Werbungskostenpauschale. Wer nachweislich sehr hohe Ausgaben für seinen Job hat (z.B. weite Fahrwege), kann beim BAföG-Amt einen höheren individuellen Freibetrag geltend machen.
Mini-Job und BAföG: Die ideale Kombination?
Der klassische Mini-Job (früher 450-Euro-Job, jetzt dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt) ist für BAföG-Empfänger perfekt geeignet. Solange du dich im Rahmen der aktuellen Mini-Job-Grenze bewegst, musst du dir in der Regel keine Sorgen um Kürzungen machen.
Wichtig ist jedoch die Einhaltung der 20-Stunden-Regel. Wer mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet, gilt bei der Sozialversicherung nicht mehr als "hauptberuflich Student". In diesem Fall fallen deutlich höhere Sozialabgaben an, und auch das BAföG-Amt könnte deine Bedürftigkeit in Frage stellen. Bleib also unter 20 Stunden, um deinen "Werkstudenten-Status" zu behalten.
Besonderheiten bei Praktika
Vorsicht bei Praktika! Hier unterscheidet das Gesetz strikt zwischen **Pflichtpraktika** und **freiwilligen Praktika**.
- Pflichtpraktikum: Hier gibt es leider keinen Freibetrag. Jeder Euro, den du verdienst, wird (nach Abzug der Sozialpauschale) direkt von deinem BAföG abgezogen.
- Freiwilliges Praktikum: Es wird wie ein normaler Nebenjob behandelt. Hier greift also wieder der normale Freibetrag von 556 Euro.
Einnahmen aus Selbstständigkeit oder Gewerbe
Wenn du als Freelancer arbeitest oder ein kleines Gewerbe führst, ist die Rechnung komplizierter. Hier zählt nicht dein monatlicher Umsatz, sondern der Gewinn am Ende des Jahres (Einnahmen minus Ausgaben). Auch hier gilt der jährliche Freibetrag, aber du musst die Einkünfte schon im Voraus schätzen und später über deinen Steuerbescheid bzw. deine Einnahmen-Überschuss-Rechnung nachweisen.
Familienversicherung und Einkommensgrenzen
Ein oft übersehener Aspekt beim BAföG-Zuverdienst ist die gesetzliche Krankenversicherung. Solange du über deine Eltern familienversichert bist, darf dein Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Aktuell (2026) liegt diese Grenze für die beitragsfreie Familienversicherung in der Regel bei 505 Euro (reiner Gewinn/Lohn nach Abzug der Werbungskostenpauschale).
Wenn du also genau die 556 Euro BAföG-Freibetrag ausnutzt, liegst du bei der Krankenkasse oft schon drüber. In diesem Fall müsstest du dich selbst studentisch versichern (ca. 120-130 Euro im Monat). Rechne also genau nach: Manchmal lohnt es sich, 20 Euro weniger zu verdienen, um die teure Eigenversicherung zu vermeiden.
Was ist mit Weihnachts- und Urlaubsgeld?
Das BAföG-Amt kennt keine Gnade bei Einmalzahlungen. Weihnachts- oder Urlaubsgeld wird einfach zum Jahreseinkommen addiert. Wenn du also monatlich 520 Euro verdienst (was eigentlich sicher wäre), aber im November 500 Euro Weihnachtsgeld bekommst, rutschst du im Jahresdurchschnitt über den Freibetrag von 6.672 Euro. Das Ergebnis: Eine Rückforderung im nächsten Bewilligungszeitraum.
💡 Fallstrick: Werksstudentenprivileg
Wirst du als Werkstudent eingestellt, zahlst du weniger Sozialabgaben. Das ist toll für dein Netto, ändert aber nichts an der Brutto-Grenze für das BAföG. Viele Studenten verwechseln die "steuerfreien Grenzen" mit den "BAföG-Freibeträgen". Beides sind völlig verschiedene Paar Schuhe!
Ausnahmeregelung: Wenn das Einkommen schwankt
Hast du in einem Monat 800 Euro verdient und im nächsten 0 Euro? Kein Problem. Das BAföG-Amt bildet einen Durchschnittswert über deinen gesamten Bewilligungszeitraum (BWZ). Meistens sind das 12 Monate. Solange du am Ende der 12 Monate nicht mehr als 6.672 Euro verdient hast, passiert gar nichts. Das gibt dir Flexibilität für Jobs in den Semesterferien.
Wie melde ich den Job beim BAföG-Amt?
Im BAföG-Antrag (Formblatt 1) musst du dein voraussichtliches Einkommen schätzen. Sei hier ehrlich, aber konservativ. Wenn du im Laufe des Jahres einen neuen Job annimmst, reicht ein formloser Brief oder eine E-Mail an deinen Sachbearbeiter mit einer Kopie des Arbeitsvertrags. Das Amt berechnet deinen Satz dann neu, und du bist auf der sicheren Seite.
Checkliste: Was zählt als Einkommen?
- ✔ Bruttolohn aus nicht-selbstständiger Arbeit
- ✔ Gewinn aus Gewerbebetrieb
- ✔ Waisenrente / Waisengeld
- ✔ Stipendien (über 300€/Monat)
- ✘ Kindergeld (zählt zum Einkommen der Eltern!)
Fazit: Transparenz gegenüber dem BAföG-Amt
Der wichtigste Rat zum Schluss: Teile dem BAföG-Amt Änderungen in deinem Einkommen immer frühzeitig mit. Versehentliche Überzahlungen müssen Monate später mühsam zurückgezahlt werden. Wenn du absehbar mehr verdienst, als unser Rechner als "sicher" anzeigt, lass deinen Bescheid lieber proaktiv anpassen. So vermeidest du böse Überraschungen und Geldsorgen am Ende des Semesters.
Hinweis: Dieser Rechner basiert auf den allgemeinen Freibeträgen für studentische Arbeitnehmer. Individuelle Abzüge können je nach Krankenversicherung, Rentenversicherungspflicht oder weiteren Einkunftsarten variieren. Bitte prüfe deinen offiziellen BAföG-Bescheid.