ECTS-Workload Rechner

Vorlesungen, Nebenjob, Freizeit? Berechne jetzt, ob dein Semesterplan realistisch ist.

"Ich belege einfach 40 ECTS, damit ich schneller fertig bin." – Ein Satz, der oft am Anfang des Semesters fällt und in der Mitte im Chaos endet. Das Problem: Die meisten Studierenden unterschätzen massiv die "unsichtbare" Zeit für Vor- und Nachbereitung sowie Pendelwege.

Unser Erweiterter Workload-Rechner lügt nicht. Er zeigt dir knallhart, wie viele Stunden deine Woche wirklich hat – und ob du gerade auf dem besten Weg ins Burnout bist.

⏱ Realitäts-Check: Mein Semester

Standard: 30 ECTS pro Semester.

Lernaufwand pro Woche

Gesamtbelastung pro Woche

Prognose:

Die Wahrheit über ECTS-Punkte

Viele Erstsemester tappen in die Falle, den Stundenplan mit dem Schulstundenplan zu vergleichen. "Nur 20 Stunden Vorlesung? Da hab ich ja die ganze Woche frei!" – das ist ein teurer Irrtum.

Das European Credit Transfer System (ECTS) ist nämlich eine reine Zeitwährung. Ein Credit Point entspricht offiziell einem Workload von 25 bis 30 Stunden. Universitäten rechnen meist konservativ mit 30 Stunden.

Das Rechenbeispiel:

  • Ein 5 ECTS Modul bedeutet 150 Stunden Arbeit.
  • Das Semester hat ca. 15 Wochen Vorlesungszeit.
  • Das bedeutet: Du musst für dieses eine Modul 10 Stunden pro Woche investieren.
  • Bei 6 Modulen (30 ECTS) sind das 60 Stunden pro Woche.

Wie du siehst, geht die Rechnung "Regelstudienzeit + Wochenende" mathematisch in der reinen Vorlesungszeit oft gar nicht auf. Deshalb ist die vorlesungsfreie Zeit ("Semesterferien") auch kein Urlaub, sondern essenziell für Hausarbeiten und Klausurvorbereitung.

Die drei größten Zeitfresser, die niemand einplant

Warum fühlen sich 30 ECTS oft an wie 50? Weil wir dazu neigen, "unsichtbare Zeiten" zu ignorieren. Unser Rechner oben berücksichtigt deshalb bewusst Faktoren, die im offiziellen Modulhandbuch fehlen.

1. Die Pendler-Falle

Wer täglich eine Stunde zur Uni und zurück pendelt, verliert pro Woche 10 Stunden. Das ist ein komplettes 5-ECTS-Modul an Arbeitszeit! Diese Zeit fehlt dir zum Lernen oder zur Erholung. Tipp: Nutze die Bahnzeit aktiv zum Lesen von Skripten (Lernzeit) oder bewusst zum Abschalten (Podcast hören), aber betrachte sie als gebundene Zeit.

2. Der "Context Switching" Verlust

Wenn du zwischen Vorlesung, Mensa, Nebenjob und Bibliothek hin- und herhetzt, verlierst du mentale Rüstzeit. Studien zeigen, dass wir bis zu 20 Minuten brauchen, um uns nach einer Unterbrechung wieder tief in ein komplexes Thema (Deep Work) einzudenken. Ein zerstückelter Stundenplan ist daher viel anstrengender als geblockte Zeiteinheiten.

Studentin plant Semester mit Kalender und Taschenrechner

3. Der Organisations-Overhead

E-Mails checken, Moodle-Kurse suchen, Skripte drucken, Lerngruppen koordinieren: Dieser "Admin-Kram" kostet realistisch gesehen 2-3 Stunden pro Woche. Wer das nicht einplant, muss es von seiner Freizeit abzwacken.

💡 Strategie: Modul-Tetris

Ein Semesterplan ist kein Wunschkonzert, sondern Ressourcen-Management. Wenn du weißt, dass du im kommenden Semester 15 Stunden arbeiten musst (ca. 10-15 ECTS "Wert" an Zeit), dann reduziere deine Unikurse auf 20 ECTS. Es ist besser, 20 ECTS mit guten Noten zu bestehen, als 30 ECTS mittelmäßig zu versuchen und in zweien durchzufallen.

Burnout vermeiden: Die 60-Stunden-Warnung

Unser Tool zeigt dir bei über 60 Wochenstunden eine rote Warnung an. Warum? Weil dauerhafte Überlastung deiner kognitiven Leistungsfähigkeit schadet. Wer 60 Stunden pro Woche "arbeitet" (Lernen ist Hochleistungsarbeit!), kann Informationen schlechter speichern.

Das Gehirn braucht den Default Mode Network Zustand (Nichtstun, Spazieren, Schlafen), um Gelerntes vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis zu verschieben. Wer die Pausen streicht, lernt nicht mehr, sondern vergisst langsamer. Achte auf diese Warnsignale:

  • Du schläfst schlecht ein, weil Gedanken kreisen.
  • Du fühlst dich schuldig, wenn du mal einen Abend "nichts" tust.
  • Du vernachlässigst soziale Kontakte und Sport komplett.

Wenn der Rechner "Rot" zeigt: Streiche ein Modul. Jetzt. Deine psychische Gesundheit ist wichtiger als die Regelstudienzeit.

Der BAföG-Druck: ECTS als Währung

Wenn du BAföG beziehst, sind ECTS-Punkte nicht nur für deinen Abschluss wichtig, sondern für deine monatliche Miete. Das BAföG-Amt verlangt nach dem 4. Fachsemester einen Leistungsnachweis.

Das heißt: Du musst beweisen, dass du "geordnet studierst". In der Regel bedeutet das, dass du ca. 80% bis 100% der bis dahin vorgesehenen ECTS-Punkte (also 120 ECTS nach 4 Semestern) erreicht haben musst.

⚠️ Vorsicht bei Schieberitis!

Wer Module schiebt, um den Schnitt zu schonen, riskiert sein BAföG. Wenn du am Ende des 4. Semesters nur 60 ECTS hast, wird die Zahlung gestoppt. Plane also bei deiner Workload-Berechnung immer genug "Puffer-Module" ein (z.B. einfache Wahlpflichtfächer), um auf die nötige ECTS-Summe zu kommen, selbst wenn eine schwere Klausur daneben geht.

Nutze unseren BAföG-Rechner, um zu prüfen, wie viel Anspruch du generell hast, aber behalte deinen ECTS-Kontostand immer im Blick.

FAQ: Häufige Fragen zum Workload

Die wichtigsten Antworten rund um Credits und Zeitplanung.

Das ist individuell verschieden. Die 30 Stunden pro ECTS sind ein Durchschnittswert. Manche Module (z.B. Sprachkurse) sind oft weniger aufwendig, andere (z.B. Programmieren oder Laborpraktika) schlucken deutlich mehr Zeit als veranschlagt. Sieh die Zahl als Orientierung, nicht als Gesetz.
Ja. Wenn du im Rechner "24 Wochen" einstellst, verteilt sich die Last entspannter. Das setzt aber voraus, dass du wirklich diszipliniert in den Ferien lernst und Hausarbeiten schreibst. Die meisten Klausuren liegen jedoch geballt am Ende der Vorlesungszeit (Woche 14-16), weshalb die "Semesterwochen-Rechnung" oft realistischer ist.