"I speak English very well, but missing the words so schnell." – In der Kneipe mag das für Lacher sorgen, bei der Bewerbung an einer renommierten Universität im Ausland ist mit dieser Attitüde schnell Schluss. Wer auf Englisch (oder einer anderen Fremdsprache) studieren möchte, muss gegenüber der Gasthochschule formal beweisen, dass er den hohen akademischen Anforderungen gewachsen ist. Ein simples "Büro-Englisch" reicht für Vorlesungen über theoretische Physik oder internationales Recht meist nicht aus.
Die Auswahl an Tests ist heute größer denn je, aber die Gebühren bleiben saftig (meist über 250 Euro) und die Gültigkeit ist bei den Marktführern auf exakt zwei Jahre begrenzt. Deshalb ist das Timing entscheidend. In diesem Guide vergleichen wir nicht nur die Klassiker, sondern zeigen dir auch moderne Alternativen und wie du dich effizient vorbereitest.
COVER
Erfolgreich studieren für Dummies
Der Rundumschlag für den Uni-Start. Von der Orga bis zur Prüfungsvorbereitung – locker erklärt und extrem hilfreich.
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1. TOEFL iBT: Der Goldstandard für Nordamerika
Der Test of English as a Foreign Language (TOEFL) ist der unangefochtene Marktführer für alle, die in den USA oder Kanada studieren wollen. Er wird von fast jeder Hochschule dort akzeptiert.
- Format: Rein computerbasiert (internet-based Test). Du sitzt in einem lizenzierten Testzentrum (oder seit Corona auch zu Hause als "Home Edition") vor einem PC und bearbeitest vier Sektionen: Reading, Listening, Speaking und Writing.
- Inhalt: Fokus auf "Academic English". Die Texte stammen oft aus echten Fachbüchern, die Hörbeispiele simulieren Diskussionen in Tutorien oder Beratungsgespräche mit Professoren.
- Score: Punkteskala von 0 bis 120. Top-Ivy-League-Unis verlangen oft 100+, für die meisten staatlichen Unis weltweit reichen 80-90 Punkte.
- Besonderheit: Du sprichst deine Antworten in ein Mikrofon. Wer Angst vor echten Prüfern hat, ist hier gut aufgehoben – wer aber Mimik und Gestik zur Kommunikation braucht, könnte hier scheitern.
2. IELTS Academic: Die Wahl für UK, Australien & Europa
Das International English Language Testing System (IELTS) ist besonders in Großbritannien, Australien und Neuseeland beliebt. Es gibt zwei Versionen: Das "General Training" (für Einwanderung) und das "Academic Module" (zwingend fürs Studium).
- Format: Wahlweise am Computer oder klassisch mit Stift und Papier. Das Highlight: Der "Speaking"-Teil ist ein 1-zu-1-Gespräch mit einem echten Menschen. Das wirkt für viele natürlicher als das TOEFL-Mikrofon.
- Bewertung: Du erhältst einen "Band Score" von 1.0 (Nichtanwender) bis 9.0 (Experte). Die meisten Unis erwarten eine 6.5 oder 7.0.
- Vorteil: Die Ergebnisse liegen oft schneller vor als beim TOEFL (bei der Computer-Version teils schon nach 3-5 Tagen).
Pro-Tipp: Die "Gültigkeits-Falle"
Viele Studierende machen den Test am Anfang ihres Bachelors, "um es hinter sich zu haben". Da TOEFL und IELTS aber nach zwei Jahren verfallen, ist das Zertifikat für eine Master-Bewerbung im Ausland meist wertlos. Unser Rat: Absolviere den Test frühestens 6 Monate vor der eigentlichen Bewerbungsphase.
3. Cambridge C1 Advanced (CAE) & C2 Proficiency (CPE)
Die Cambridge-Zertifikate sind die Aristokraten unter den Sprachtests. Der größte Vorteil: Sie
sind lebenslang gültig. Ein CAE-Zertifikat mit dem Level C1 macht sich also
auch 10 Jahre später noch hervorragend in deinem Lebenslauf.
Der Haken: Manche Unis in den USA sind konservativ und verlangen trotzdem einen
aktuellen TOEFL. Prüfe dies zwingend in den "Admission Requirements" deiner Ziel-Uni, bevor du
dich für Cambridge entscheidest.
4. Der Outsider: Duolingo English Test (DET)
In den letzten Jahren hat sich der Duolingo English Test zu einer echten Gefahr für die Großen entwickelt. Er kostet nur ca. 50-60 USD, kann jederzeit von zu Hause aus gemacht werden und dauert nur eine Stunde. Anerkennung: Immer mehr Top-Unis (besonders in den USA, z.B. Yale oder Columbia) akzeptieren ihn mittlerweile als vollwertigen Ersatz. Wenn deine Wunsch-Uni ihn zulässt, sparst du hunderte Euro und viel Stress.
Deine 4-Wochen-Vorbereitungsstrategie
- Woche 1: Struktur & Diagnose. Mache einen kompletten Probetest unter Realbedingungen (mit Timer!). Identifiziere deine größte Schwäche (Reading, Listening, Speaking oder Writing).
- Woche 2: Gezieltes Training. Nutze YouTube-Kanäle oder Apps, um die spezifischen Fragestellungen zu lernen. Beim IELTS musst du zum Beispiel oft Diagramme beschreiben – das erfordert spezifisches Vokabular (z.B. "surged", "plummeted", "remained stable").
- Woche 3: Vokabel-Boost & Immersion. Stelle dein Handy auf Englisch um, schaue nur noch englische Nachrichten und lies Fachartikel aus deiner gewünschten Fachrichtung.
- Woche 4: Simulation. Mache jeden Tag einen verkürzten Probetest. Achte besonders auf das Zeitmanagement. Viele scheitern nicht am Wissen, sondern daran, dass sie am Ende des "Reading Parts" nicht alle Fragen beantwortet haben.
| Test | Kosten (ca.) | Gültigkeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| TOEFL iBT | 250 € | 2 Jahre | Rein akademisch, Sprechen ins Mikro |
| IELTS Academic | 240 € | 2 Jahre | Persönliches Interview, Handschrift möglich |
| Cambridge CAE | 220 € | Lebenslang | Hohes Prestige im Jobmarkt |
| Duolingo (DET) | 55 € | 2 Jahre | Online von zu Hause, sehr günstig |
Letzter Check vor der Anmeldung
Stelle sicher, dass du deinen Reisepass (oder Personalausweis, beachte die Regeln des Testzentrums) zur Hand hast. Die Namen bei der Anmeldung müssen EXAKT mit dem Ausweis übereinstimmen. Schon ein fehlender Zweitname kann dazu führen, dass du nicht zum Test zugelassen wirst – und die Gebühren sind dann weg.
Viel Erfolg bei deiner Reise in die englischsprachige Welt!